Emelie: 2. Kapitel – Ankunft (Teil 5)

Ich muss sie damals aus großen Augen angestarrt haben. Ein völlig alberner Stolz keimte in meiner Brust auf. Ich war Stolz darauf, dass diese bildhübsche Frau zu mir kam, sich zu mir setzte und nicht zu jemand anderem. Es war natürlich auch niemand da zu dem sie sich hätte setzen können, was meinen Stolz sehr stark ins Lächerliche führte, aber das war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst und wenn doch, so war es mir egal. Emelie blickte mich erwartungsvoll an, während ich zurückblickte und ernsthaft überlegte, auf was sie wartete.

“Und du bist?”, fragte sie schließlich.

“Idiot!”, schoss es durch meinen Kopf und jeder Stolz, der in mir gewachsen war, wich augenblicklich einer Explosion des Schams. Ich stellte mich – schüchtern und leicht stotternd – vor. Ihre Augen musterten mich erneut, während sie einen Schluck aus ihrem Glas trank, dann fuhr sie fort:

“Schön dich kennen zu lernen. Du hast sicher mitbekommen, dass ich bei dem Wirt hier keine Unterkunft bekomme.”

Ich nickte und sie erklärte weiter:

“Darum wollte ich fragen, ob du mir vielleicht ein Dach über dem Kopf bieten kannst, während ich hier bin. Ich werde natürlich dafür bezahlen.” Man merkte, wie unangenehm es ihr war, jemanden um etwas zu bitten. Schlagartig war der heimliche Stolz in mein Herz zurückgekehrt. Nicht nur hatte diese Frau sich zu mir gesetzt, nein, sie hatte mich auch noch dazu auserkoren ihr Gastgeber sein zu dürfen. Wieder bemerkte ich nicht, dass dieses Gefühl des auserwählt Seins völlig unsinnig war, da schlicht und ergreifend niemand anderes zur Verfügung stand.

Für einen kurzen Augenblick zuckte die Paranoia durch meinen Verstand: Wenn ich diese Frau mit zu mir nach Hause nehmen würde, wären meine Bemühungen meinen Wohnort geheim zu halten völlig umsonst gewesen. Was, wenn diese Frau einfach nur eine schön anzusehende, psychopathische Killerin ist? Ich wusste gar nichts über sie! Emelies warme Stimme zerschnitt diese Gedanken und mit ihnen jegliche Vorsicht: “Also? Kann ich bei dir bleiben?”

Natürlich habe ich zugesagt. Ich kann mich heute nicht mehr in diese Entscheidung einfühlen, muss aber gestehen, dass ich froh bin sie getroffen zu haben. Vermutlich wäre mein Leben sehr viel ruhiger zugegangen. Vermutlich wäre es aber auch sehr viel kürzer gewesen. Ich beendete meinen Arbeitstag in dieser Nacht also vorzeitig und führte Emelie zu mir nach Hause.

A long, long time ago … Ziemlich genau 10 Monate hat es gedauert, bis ich es tatsächlich geschafft habe diese Geschichte weiter zu schreiben. Tut mir Leid.  Und dann ist der Absatz auch noch so kurz. Einfach furchtbar. Aber, das war jetzt das zweite Kapitel. Emelie ist angekommen und hat unseren Hauptcharakter kennengelernt. Es wird also Zeit für die Erlebnisse der beiden in Haven. Der Grund, warum ich nicht mehr weiter geschrieben habe? Ich kann ihn noch nicht mal wirklich nennen. Irgendwie war mir nicht wirklich klar, wie es weiter gehen sollte ich hatte keine wirkliche Idee. Immerhin das ist jetzt anders, denn die Ideen für Haven sind bereits ziemlich klar in meinem Kopf und warten nur darauf auf virtuellem Papier festgehalten zu werden. Also könnt ihr euch demnächst mit ein bisschen Glück über weitere Teile freuen. Wie gewohnt gilt: Für Kritik und Feedback bin ich immer dankbar – WordPress hat sogar eine Kommentarfunktion und ihr seid herzlich eingeladen sie zu benutzen. 

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