Allgemeines
Gleich vorweg: Dieses Kapitel wird nicht sonderlich spannend, aber es ist wichtig zum weiteren Verständnis eines Betriebssystems. Unter der Ordnerstruktur versteht man den grundsätzlichen Aufbau des Betriebssystems. Es geht dabei nicht darum, wo man welche Einstellung findet, sondern wo das Betriebssystem was speichert, wo ich welche Art von Datei finde und wo ich selber am besten meine privaten Dateien speichern soll. Das ist entscheidend zu wissen, denn nur dann wird man in Zukunft Dateien finden, die man benötigt. Wir werden dabei ganz unten anfangen und Ordner für Ordner nach oben arbeiten, bis wir möglichst den groben Inhalt aller entscheidenden Ordner kennen. Danach werde ich das gleiche Thema für Linux noch anreisen, jedoch nur kurz behandeln.
Der Basisordner
Wir beginnen damit den Arbeitsplatz zu öffnen. Unter diesem seltsamen Namen verbirgt sich der so genannte Dateimanager von Windows. Für diesen findet ihr entweder auf dem Desktop bereits eine Verknüpfung oder ihr findet im Startmenü eine Verknüpfung zum Arbeitsplatz. Klickt man darauf dann öffnet sich ein neues Fenster, bei dem ihr oben eine Leiste mit ein paar Werkzeugen, wie einer Zurück- und einer Vorwärtstaste und ähnlichem, seht. Links ist eine Leiste mit einigen weiterführenden Ankern (als Anker bezeichnet man normalerweise Texte, auf die man klickt und die einen dann an einen anderen Ort bringen, oder ein neues Fenster öffnen) und auf der rechten Seite seht ihr dann das eigentliche Fenster, in dem im Moment eine Auflistung der erkannten Festplatten und der Wechseldatenträger angezeigt werden sollte. Die Festplatten sind normalerweise mit aufsteigenden Buchstaben beginnend bei C: bezeichnet, und die Wechseldatenträger haben ebenfalls aufsteigende Buchstaben, beginnend mit dem Buchstaben nach dem letzten Festplattenbuchstaben.
Auf C: ist immer Windows installiert. Da ist Windows ziemlich unnachgiebig, es will unbedingt auf C: installiert werden, ganz egal was ist. Machen wir es an einem Beispiel etwas klarer: Ihr habt in eurem PC beispielsweise 2 Festplatten (oder zwei Festplattenpartitionen, das lernen wir irgendwann später), außerdem habt ihr ein DVD-Laufwerk und ihr habt einen USB-Stick angeschlossen. Nun ist die Festplatte, auf der Windows installiert wurde C:. Die andere Festplatte wäre dann D:, das DVD-Laufwerk wäre dann vermutlich E:, weil es bereits verbaut war, als der USB-Stick noch nicht gesteckt hatte und der USB-Stick wäre dann F:. Ab und an wird noch A: angezeigt. Das ist ein Überbleibsel aus alten Zeiten. A: war immer das Diskettelaufwerk.
Auf zusätzlichen Festplatten könnt ihr eure ganz eigene Ordnung aufbauen, wichtig ist jedoch hier auch: Überlegt euch wie ihr eure Dateien darauf Ordnen wollt und dann ordnet sie so. Ordnung ist hierbei wirklich entscheidend. Ich habe auf meiner Datenfestplatte vermutlich einige 10.000-Dateien, wenn man da keine Ordnung hat, wird man die meiste Zeit mit Suchen zubringen, was einfach nur nervig ist. Grundsätzlich werden wir uns jetzt C: genauer anschauen, das heißt ihr klickt einfach doppelt auf diese Festplatte und kommt dann in den Basisordner eurer Windowsinstallation. In diesem Ordner liegen ein paar Ordner, meistens nicht mehr. Tut euch selbst einen gefallen und speichert da auch keine persönlichen Dateien hin und macht da auch keine neuen Ordner auf, es sei denn ihr wisst genau was ihr tut. Ich selbst kenne ein einziges Programm, bei dem es sinnvoll ist, es in den C:\ ordner zu installieren. Das heißt es gibt wirklich nur sehr wenige Ausnahmen. Für uns gibt es 3 bis 4 interessante Ordner, je nachdem welches Betriebssystem man nutzt. Unter Windows XP heißen diese: “Dokumente und Einstellungen”, “Programme”, und “Windows”. Unter Windows 7 heißen sie: “Users”, “Program Files” und “Windows”. Eventuell gibt es bei Windows 7 noch einen vierten Ordner namens “Program Files (x86)”. Dazu kommen wir ein ander mal genauer.
Dokumente und Einstellungen bzw. Users
Die Ordner Dokumente und Einstellungen und Users, beinhalten im Grunde genau das gleiche, darum behandle ich sie hier in einem. Wenn wir auf den Ordner klicken, dann tun sich normalerweise weitere Ordner auf, die Namen wie “Öffentlich” und so tragen. Einer davon hat euren Namen, bzw. den Namen, den ihr zum Anmelden bei Windows nutzt (zum Thema anmelden werde ich auch noch etwas schreiben).Das ist euer privater Ordner und auch erstmal der einzige Ordner hier der uns interessiert. Darin findet ihr dann eure eigenen Dateien, Dokumente, Downloads, Musik und Videos und übrigens auch den Desktop. Das ist der Ordner, der euch als Desktop angezeigt wird.
Programme
Wieder unter C:\ können wir nun auf den Ordner Program Files bzw. Programme klicken. Dort werden sämtliche Programme installiert. Also wenn ihr z.B. Mozilla Firefox installieren wollt, werdet ihr ihn dort finden. Genauso werdet ihr ein Spiel dort finden, wenn ihr es installiert, es sei denn natürlich ihr gebt in der Installationsroutine einen anderen Ordner an, das macht aber nur sehr selten Sinn.
Windows
Schließlich können wir uns den Ordner Windows noch genauer ansehen. Darin finden wir weitere Ordner und Dateien, u.a. den Ordner system32 und Fonts. Im Großen und Ganzen finden wir im Windows-Ordner sämtliche für Windows wichtigen Dateien. Unter anderem die Konsole (unter System32 -> cmd) oder eben die Schriftarten (im Ordner Fonts). Grundsätzlich sollte man hier einfach nichts verändern, es sei denn man weiß wirklich was man tut. Einzige Ausnahme ist vielleicht der Fonts-Ordner, dort könnt ihr nämlich neue Schriftarten auf eurem System installieren: Einfach die .ttf-Datei der neuen Schriftart herunterladen und in diesen Ordner kopieren, dann steht euch diese Schriftart ab jetzt neu zur Verfügung.
Und unter Linux?
Jetzt haben wir Windows sehr ausführlich behandelt, dies ist aber ja ein allgemeines PC-Tutorial. Deshalb möchte ich auch das Linux-Betriebssystem nicht vernachlässigen.
Unter Linux heißt der Basisordner root oder auch Wurzelverzeichnis und wird einfach als / geschrieben. Im /-Ordner finden sich weitere Unterordner. Das sind zwar mehr als in Windows, dafür ist alles etwas besser geordnet. Wir finden für gewöhnlich folgende weitere Verzeichnisse: bin, boot, dev, etc, home, lib, sbin, tmp, usr, var und opt.
Wir arbeiten die einfach alphabetisch durch: bin steht für Binaries und der Ordner enthält wichtige Programme, die immer verfügbar sein müssen. Im Ordner boot findet man sämtliche Dateien, die zum Hochfahren (dem Booten) des Systems nötig sind. Unter dev findet man so genannte Gerätedateien, die als Schnittstelle zwischen Betriebssystem und Hardware dienen. Das Verzeichnis etc beinhaltet hauptsächlich Konfigurationsdateien von allen möglichen Programmen, außerdem Dateien, die wichtige Systeminformationen enthalten. Der Ordner home ist euer persönlicher Ordner. Hier werden sämtliche persönlichen Dateien von euch gespeichert, also unter anderem Musik und Dokumente. Unter lib findet man wichtige Bibliotheken für das System. Diese sollte man nicht verändern und man lässt von dem Ordner lib am besten einfach die Finger. sbin ist ähnlich wie bin. Hier werden wichtige Programme gespeichert. Während aber die Programme unter bin hauptsächlich für den Anwender sind, sind die unter sbin für den Systemadministrator gedacht. tmp steht für temporary, und dient als Zwischenspeicher für viele Programme. usr enthält den größten Teil der installierten Software. Das heißt, wenn ihr ein Programm installieren solltet, werdet ihr es wohl hier finden. Im Ordner var werden hauptsächlich sich immer wieder verändernde Dateien gespeichert. opt steht für optional, hier wird optionale (kommerzielle) Software oder sehr große Programme, wie die grafische Oberfläche gespeichert.
Für Linux können wir also zusammenfassen: Wirklich wichtig für den normalen Anwender ist erst das home-Verzeichnis und eventuell noch usr und opt.
Das soll jetzt erstmal alles zu diesem Thema gewesen sein. Ich weiß, dass das jetzt sehr trocken war, aber wenn man nicht weiß wo was gespeichert wird, bringt man eben unangenehm viel Zeit mit Suchen zu und das ist einfach nur frustrierend und stört den Arbeitsfluss. Unter Windows ist das angenehm überschaubar, unter Linux ist es angenehm gut geordnet, man muss nur wissen was sich hinter welcher Abkürzung verbirgt.